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Café dazwischen

… zwischen Himmel & Erde …
… zwischen Reden & Zuhören …
… zwischen Licht & Dunkelheit …
… zwischen Lachen & Weinen …
… zwischen Kaffee & Kuchen …

Das „Café dazwischen“ war eine Einladung der Trauergruppe mit Stefanie Proft an alle. Der Gedanke war, dass im Arbeitsalltag oft kein „Raum“ da ist, um zum Thema Verlust und Trauer auszutauschen. Daher galt die Einladung allen Kolleginnen und Kollegen mit Interesse an einem solchen Austausch „dazwischen“.
Eine Einladung mitten im Dezember, also auch zwischen Weihnachtsmarkt und Ferien, zwischen trubeligem Schultag und Feierabend zuhause, zwischen Jahresrückblick und guten Vorsätzen. Und eben zwischen Kollegen und Kolleginnen.
Was macht man in so einer Zwischenzeit? Vielleicht Erinnern, Erzählen, Erlauschen, Erhellen? Und genau so trafen wir uns im gemütlichen KulturGut bei Getränken, Plätzchen und Kerzen.
Erzählten von der Arbeit der Trauergruppe, schauten Fotos der gemeinsamen Aktionen an und saßen gemütlich beieinander.
Wenn wir als Trauergruppe die Treffen mit den Eltern planen, verbinden wir immer Gesprächsgelegenheiten mit einer Beschäftigung für die Hände:
Bei der regelmäßigen Gartenarbeit am Ort der Stille verbindet das gemeinsame Tun mit Gartenschere und Schubkarre die Teilnehmenden mit dem Ort und miteinander.
Bei den Treffen mit kreativem Fokus haben die Mütter Schmetterlinge aus Ton mit den Namen ihrer verstorbenen Kinder gestaltet, die nun im Ort der Stille ihre Flügel ausgebreitet haben.
Auch die zauberhaften Erinnerungsrahmen, die vor dem Lehrerzimmer hängen, sind in diesen Treffen entstanden. Wie kleine, offene Schatzkammern erzählen sie von denen, die gegangen sind und halten damit das, was so wichtig ist:
das Erinnern.
Wir haben in diesen Treffen bemerkt, wie wichtig und wohltuend neben den Gesprächen auch das miteinander Tun ist. Wie man in der oft lähmenden Starre der Trauer, dadurch, dass man etwas (er-) schafft, Kraft und Mut für den neuen Tag schöpfen kann. Und auch, wie die Worte in Zeiten, in denen Worte oft fehlen, gerade beim gemeinsamen Tun leichter fließen.
So verband sich auch in diesem ersten „Café dazwischen“ das Zusammensitzen und Reden mit gemeinsamem Tun: alle waren eingeladen, geschmeidige Kieselsteine mit zarten Spuren aus Blattgold zu versehen. Zu Beginn wurde der hauchdünne Bogen des „Goldes“ von Hand zu Hand weitergereicht. Beeindruckend, die fließende Wärme dieses so fragilen Materials zu spüren!
So, wie Menschen wertvolle Spuren in unserem Leben hinterlassen, haben wir an diesem Nachmittag einfache Steine durch goldene Spuren in kleine Schätze verwandelt und konnten uns in diesem Zwischenraum austauschen.
Und so war dieser Nachmittag ein zugleich heiterer und besinnlicher Austausch „dazwischen“, mit einem kleinen Goldschatz zum Mitnehmen. Die Goldschätze teilen wir zumindest als Foto.
Einige Denkanstöße geben wir hier gerne zum Nach-Denken weiter:
Was berührt dein Herz?
Was macht für dich Leben aus?
Wie möchtest du gelebt haben?
Was ich noch gerne sagen würde:….

TEXT und FOTOS Simone Böhm

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